Liebe Leserinnen und Leser,
Urlaubszeit. Sehnsuchtszeit. Ja, so geht es mir jedenfalls, wenn der Sommer kommt und der Urlaub naht. Da ist ein Sehnen, dass eine Auszeit die Batterien wieder lädt. Dieses Jahr merkte ich das sehr. So viele wunderbare Veranstaltungen und Gottesdienste durfte ich bis zum letzten Arbeitstag vor dem Urlaub gestalten, feiern, begleiten. Und dann kam der Urlaub und mit ihm die Sehnsucht nach der „Pause-Taste“. Einfach mal nichts tun. Einfach mal ausschlafen. Einfach mal in den Tag hineinleben. Einfach… sein.
Mir gelang das im Urlaub gut. Aber schnell merkte ich auch: So richtig „Pause-Taste“ ist es ja dann doch nicht. Der Film des Lebens geht ja weiter. Und das ist gut so. Sich völlig rausziehen aus dem Leben ist nicht möglich und – zumindest von mir – auch nicht gewollt.
Und so kam es, dass ich am Strand sitzend, die Wellen betrachtend auch ein wenig an all die schönen Gottesdienste und Veranstaltungen der kommenden Monate dachte. Dass ich überlegte, welches Thema der Lagerfeuergottesdienst in Calberlah haben würde, wie wohl der Erntedankgottesdienst in Essenrode aussehen könnte. Wie wir dieses Jahr in Calberlah an Heiligabend ein Krippenspiel zu sehen bekommen, wenn es doch keine Konfis gibt, die es gestalten.
So manche*r mag nun die Augen rollen und denken, dass es doch falsch sei, der Arbeit im Urlaub so viel Raum zu geben. Und ja, stimmt vielleicht.
Aber ich habe mir kurz vor dem Urlaub – in der Sommerkirche in Essenrode – selbst gepredigt. Habe darüber gesprochen, wie es ist, nicht unaufhörlich zu suchen, sondern sich auch mal finden zu lassen. Finden zu lassen von Gott. So zu sagen ein aktives Passiv-sein. Und das habe ich dann im Urlaub gemacht. Saß entspannt am Strand, während meine Familie im Wasser planschte und schnorchelte. Grub die Füße in den warmen Sand und schaute auf das Meer. Und dann dachte ich: „So, hier bin ich. Ganz frei und ohne Druck. Wofür ist jetzt die Zeit?“ Ja, und dann auf einmal sprudelten die Ideen. Einfach so. Und nach etwa einer halben Stunde, weckte mich aus meinen Gedanken der Ruf meiner Kinder: „Mama, komm auch ins Wasser!“ Und ich schaute kurz in den Himmel. Dankte Gott für die kleine Zeit für mich und mit ihm und den gesprudelten Gedanken. Ich stand auf und folgte dem Ruf der Kinder.
Ich hoffe, dass auch Sie und ihr in der Sommerzeit Momente des Sich-finden-lassens erleben konntet. Kleine heilige Momente, wie ich sie nenne, in denen man ganz selbst sein kann.
Wieder angekommen im Arbeitsalltag zehre ich nun von diesem Moment und Sie und ihr dürft gespannt sein, was wir zusammen im Team mit diesen Ideen umsetzen werden. Davon finden sich hier im Gemeindebrief so manche Infos. Sehen wir uns? Dann freue ich mich von Ihren und euren Sommergeschichten und vielleicht auch von den heiligen Momenten zu hören!
Bis dahin – bleibt behütet!
Ihre und eure Sina Schumacher