2026-4

Liebe Leserinnen und Leser,

ich gebe es zu – es kommt wirklich nicht oft vor. Wer mich kennt, weiß: Mich in der Hängematte auf der Terrasse anzutreffen, gehört eher zu den selteneren Ereignissen. Meist gibt es noch etwas zu erledigen, irgendwo wartet ein Termin oder eine Aufgabe. Doch an diesem Sommertag ist es tatsächlich so weit.

Ich liege in meiner Hängematte und schaue nach oben.

Über mir spannt sich ein tiefblauer Himmel. Nur ein paar weiße Wolken ziehen langsam vorbei. Die Blätter der Bäume rascheln leise im Wind. Sonst nichts. Kein Handy klingelt. Niemand ruft meinen Namen. Für einen Moment muss nichts organisiert, entschieden oder geplant werden.Einfach nur schauen.

Es dauert gar nicht lange, bis etwas passiert. Der Himmel scheint immer weiter zu werden. Je länger ich ihn betrachte, desto kleiner werden die Gedanken, die mich eben noch beschäftigt haben. Das, was eben noch dringend erschien, verliert ein wenig von seiner Schwere. Nicht, weil die Probleme verschwunden wären. Aber weil der Blick nach oben meinen Horizont verändert.

Für mich liegt genau darin etwas Tröstliches. Der Himmel erinnert mich daran, dass mein Leben nicht nur aus To-do-Listen, Verpflichtungen und Sorgen besteht. Über allem, was mich beschäftigt, spannt sich ein Himmel, der größer ist als ich selbst. Weit. Offen. Frei.

In der Bibel ist der Himmel oft mehr als nur der Raum über unseren Köpfen. Er steht für Gottes Gegenwart. Für die Hoffnung, dass da einer ist, der den Überblick behält, wenn wir ihn längst verloren haben. Einer, der uns Weite schenkt, wenn wir uns eingeengt fühlen. Einer, der sagt: Du musst nicht alles allein tragen.

Gerade der Sommer lädt dazu ein, den Blick öfter einmal nach oben zu richten, so sagte ich es vor ein paar Tagen auch in der Sommerkirche in Calberlah – beim Spaziergang, auf einer Bank, im Garten oder vielleicht sogar in einer Hängematte. Manchmal genügt schon eine Minute, um tief durchzuatmen und sich daran zu erinnern: Der Himmel ist da. Jeden Tag neu. Weit über allem, was uns bewegt.

Ich wünsche Ihnen und euch auch im beginnenden Herbst viele solcher segensreichen Himmelsmomente. Augenblicke, in denen die Zeit für einen Moment stillzustehen scheint. Momente, in denen Sie, in denen ihr aufatmen könnt, neue Weite spüren und darauf vertrauen dürft: Gottes Himmel spannt sich auch über meinem Leben – heute, morgen und an allen Tagen.

Bleibt behütet!

Ihre und eure Sina Schumacher

Autorin

Pastorin Sina Schumacher
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